Blogtour – Mana Loa ~ Familienbande 1

Wie bereits in der Ankündigung erwähnt, ist heute die Blogtour rund um Mana Loa und die Autorin Astrid Rose bei mir zu Gast. Weiter unten findet ihr die Gewinnspielfrage für den heutigen Tag ;)
 
mana loa familienbande
 
Familienbande war der Auftakt der Mana Loa -Reihe. Bereits Anfang des Jahres habe ich das tolle Buch gelesen und rezensiert.
Derzeit findet ihr auf Amazon eine XXL-Leseprobe, die Kindle-Version und das Taschenbuch.
 
Hier nun zwei Textauszüge aus “Familienbande”. Damit bekommt ihr denke ich ein ganz gutes Bild um was es sich in dem Buch dreht. Es ist ein Mix aus Fantasy, Liebe, Romance, Erotik und Thriller.
 
Es dauerte keine zwei Minuten, bis Tom mich im Garten der Gaststätte fand. »Engel …?!«
Ohne etwas zu sagen, wollte ich an ihm vorbei wieder reingehen, aber er hielt mich am Arm fest. Instinktiv drehte ich mich um und verpasste ihm eine Ohrfeige, deren Knall in einem Donner unterging.
Sofort ließ er mich los. »War das nötig?«
»Ja!«, erwiderte ich böse. »Du hast mich die ganze Zeit belogen. Du sagtest du willst mein Freund sein, doch in Wirklichkeit willst du mich nur flach legen!«
»Nein so ist das nicht … Ich will dein Freund sein, aber ich wünsche mir auch mehr Nähe zu dir.«
»Das kannst du vergessen …«, zischte ich und eine kalte Windbö zog durch die Gartenanlage. »Nicht, nachdem du uns alle so getäuscht hast«, keifte ich, während ein Blitz den nächtlichen Himmel erleuchtete.
»Das habe ich gar nicht …«, murmelte er dazwischen, doch ich war so wütend, dass ich es nicht hören wollte.
»Selbst meine Eltern haben dir vertraut.« Ein weiterer Donner dröhnte in nicht allzu großer Entfernung. »Wie konntest du uns das antun?« Ich spürte eine Träne meine Wange hinunterrollen, während ein paar Regentropfen auf das Pflaster plätscherten.
»Engel, bitte … das siehst du völlig falsch. Johannes weiß um meine Gefühle für dich. Er war es sogar, der mir dazu riet, erst deine Freundschaft zu suchen. Er sagte, ich soll dich mit Samthandschuhen anfassen, wenn ich überhaupt nur den Hauch einer Chance erhalten will.«
Ich fühlte wie seine Worte sämtliche Farbe aus meinem Gesicht weichen ließ und meine Wut wandelte sich in Furcht »Was hat er dir erzählt?«
»Nicht viel. Nur, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast.«
»Mehr weißt du nicht?«, während ich das sagte, rieb ich mir meine nackten Arme, auf deren Haut sich vor Kälte eine Gänsehaut gebildet hatte.
»Ich weiß nur, dass dein letzter Freund dich sitzen ließ, nachdem der davor dir schon übel mitgespielt hat.« Er schüttelte energisch den Kopf: »Es tut mir leid. Ich weiß jetzt, dass es der falsche Weg war. Dabei wollte ich dir doch nur zeigen, dass ich kein übler Kerl bin … jedenfalls nicht so, wie die anderen beiden.« Tom legte seine flache Hand auf meine Wange und ich wich instinktiv zwei Schritte zurück. »Okay … das war´s dann wohl … « Er lächelte mich gequält an. »Vielleicht kannst du mir irgendwann verzeihen.« Er drehte sich um und ging in Richtung Gartentor.
Mit offenem Mund starrte ich ihm nach, während ich innerlich mit mir selbst rang. »Warte!«, rief ich gerade noch bevor er in der Dunkelheit gänzlich verschwand. Schnell lief ich hinter ihm her. »Es tut mir leid. Ich mag nur … Ich meine … Was ich …«
Tom unterbrach mein Gestammel: »Nina, ich will jetzt keine Erklärungen von dir. Irgendwann bist du so weit mir zu sagen, was dich so sehr verletzt hat, dann sagst du es mir von dir aus. Doch tu mir den Gefallen und versuch auch du mich nicht weiter an der Nase herumzuführen. Bisher habe ich akzeptiert, dass du mir gegenüber quasi behauptet hast, lesbisch zu sein, aber ich weiß, dass dem nicht so ist. Und, wenn dir irgendwas an mir liegt, dann bitte ich dich, mir ein wenig Vertrauen zu schenken.«
»Wie kann ich dir vertrauen? Simone hat dich geküsst und du … du hast dich nicht dagegen gewehrt.«
Tom verzog seinen Mund zu einem schiefen Grinsen. »Wohl wahr und weißt du auch warum? … Als ich ihre Lippen auf meinen fühlte, stellte ich mir vor, dass du es seist, doch ich konnte mich nicht selbst belügen.« Tom atmete hörbar aus. »Damn! Wenn ich es gewollt hätte, wären Simone und ein halbes Dutzend anderer Frauen heute Nacht in meinem Bett gelandet, doch seitdem ich dich kenne, kreisen meine Gedanken nur noch um dich.« Seine Fäuste waren nun geballt, sein Körper war vollkommen angespannt »Alle anderen Frauen sind für mich nicht mehr existent. Jede Faser meines Körpers sehnt sich nach dir und ich kann nichts machen, als abwarten, ob du mir irgendwann mal ein Zeichen gibst, dass eine Berührung von mir okay ist.«
»Tom … ich …« Tränen sammelten sich in meinen Augen. Ihn so leiden zu sehen, tat mir in der Tiefe meines Herzens weh, doch mein Verstand weigerte sich noch immer, alles Geschehene einfach zu vergessen.
»Engel es ist okay. Ich musste es nur mal loswerden. Ich verspreche dir, nichts zu tun, was du nicht willst und ich werde auf dich warten, sofern du es möchtest. Und solltest du keine Gefühle für mich hegen, dann möchte ich wenigstens weiterhin dein Freund sein.«
Diesmal war es an mir die Hand an seine Wange zu legen. »Ich würde dir gerne nah sein, aber ich habe große Angst …«
Tom blickte mir tief in die Augen und flüsterte: »Das weiß ich. Aber willst du ewig mit dieser Furcht leben?«
»Nein«, hauchte ich ganz leise.
»Vertraust du mir genug, um dich von mir küssen zu lassen?«
Kaum merklich nickte ich.
Es war ein sanfter leiser Kuss, fast wie ein Flüstern und dennoch reichte er, um in meinem Innern einen gewaltigen Sturm auszulösen.
›Wie konnte ich nur so lange darauf verzichten?‹, fragte ich mich. ›Nein, ich darf es nicht zulassen, er wird mich verführen und dann verlassen, wie Daniel. Oder noch schlimmer: Er wird mich demütigen und verletzen, wie Markus. Selbst Simone sagt, dass er nicht gut für mich ist.‹ In mir war ein Hin und Her der Gefühle ausgebrochen. ›Tom nicht! Er wird mich nicht benutzen, erniedrigen oder mir sonst irgendwie wehtun. Nein, wenn er es gewollt hätte, dann …‹
Als ich meine Augen wieder öffnete, sah er mich verwirrt an. »So schlimm?«
Leicht wiegte ich den Kopf hin und her.
Einen Bruchteil einer Sekunde später lagen seine Lippen wieder auf den meinen. Dieser Kuss war schon fordernder und doch genauso sanft, wie der vorherige. Langsam spielte seine Zunge mit meinen Lippen. Ich wagte es meinen Mund einen Spalt weit zu öffnen und ließ sie hinein. Das Gefühl, welches sich in mir ausbreitete, war mir bekannt, allerdings hatte ich vergessen, wie schön es war.
Er löste sich von mir.
Ich zitterte, doch diesmal nicht mehr vor Kälte.
»Auch wenn das Unwetter vorbeigezogen ist, sollten wir besser wieder rein gehen, Engel.« Tom nahm mich bei der Hand und führte mich schnurstracks aufs Parkett. Ein langsamer enger Tanz wurde gespielt. Sanft drückte er mich an sich.
»Es bedeutet mir sehr viel, dass du mir erlaubt hast, dich zu küssen«, hauchte er in mein Ohr.
»Versprich dir nicht zu viel davon«, flüsterte ich ihm zu. »Es war nur ein Kuss.«
»Zwei Küsse«, murmelte er und liebkoste sanft mein Haar, während er mich noch enger an sich zog.
 
Doch, wenn Liebe so einfach wäre, dann wäre dieses Buch nun bereits zu Ende. Aber Mana Loa ist mehr als eine einfache Liebesgeschichte. In dieser Geschichte trifft die Liebe auf Fantasy, Thriller auf Humor und als Zusatz gibt es einen Mord …
 
Ben hingegen sah sehr nachdenklich aus. »Ich verstehe, dass du jetzt sehr aufgewühlt bist, doch das bringt uns nicht weiter … Komm setz dich, dann überlegen wir gemeinsam, was die Prophezeiung besagt. Vielleicht hilft es dir, es ein wenig besser zu verstehen.« Wieder einmal sah er mich mit seinen goldbraunen Augen an und brachte mich dadurch schlagartig wieder zur Ruhe.
Ich nickte und setzte mich neben ihn.
»Also, es fing folgendermaßen an: Ein Mädchen, vom Leben gezeichnet … Damit ist wohl gemeint, was dir in dieser Nacht wiederfahren ist. Belegt mit einer Gabe …«
»Ich kann die Gegenwart und die Zukunft sehen«, sagte ich mit tränenerstickter Stimme.
Ben nickte. »Auserkoren, um zu ändern, was die Vergangenheit bewahrt und die Zukunft bereithält«
»Das soll wohl heißen, dass ich die Vergangenheit verändern kann.« Die erste Träne rollte über meine Wange und klatschte auf mein Dekolleté. »Aber ich kann weder in die Vergangenheit sehen, noch kann ich in der Zeit zurückreisen und verhindern, dass ich keine Kinder gebären kann, oder dass Markus mir zehn Jahre meines Lebens stiehlt. Was, bitte schön, soll ich also korrigieren können?« Meine Wut brach wieder hervor und verstärkte nur noch mehr den Tränenfluss.
»Nein, du hast es nicht richtig verstanden. Die Vergangenheit kann man nicht korrigieren, aber Geheimnisse, die in ihr vergraben sind, könnten die Zukunft beeinflussen. Alles, was dir geschehen ist, war vorherbestimmt, doch die Zukunft kannst du berichtigen«, flüsterte er leise durch den Regen hindurch.
»Die Zukunft will ich nicht richtigstellen … Die Vergangenheit ist es, die mir zu schaffen macht … Und was soll das heißen, mein Schicksal entscheidet über das der Welt? Wie soll das gehen, frag ich dich? … Soll ich etwa mit ein paar hellseherischen Fähigkeiten über die Menschheit wachen? Das ergibt doch alles keinen Sinn.« Ich verfiel jetzt endgültig in einen Tränenschwall.
Ben zog mich an seine Brust und streichelte mir beruhigend über den Rücken. »Auch ich könnte nur Mutmaßungen darüber anstellen.« Sanft strich er mir eine vom Regen nasse Haarlocke aus dem Gesicht.
Meine Tränen liefen weiter und erst nach einer Weile schaffte ich es meinen Kopf zu heben, um ihn anzusehen.
Er lächelte mich zaghaft an und küsste mich sanft auf die Stirn, wodurch ein warmer Schauer durch meinen Körper lief.
Ich legte meinen Kopf wieder ganz nah an seine Schulter und atmete seinen schweren Duft nach Sandelholz ein. Mit jedem Atemzug verblassten die Erinnerungen an das gerade Gesehene. Genüsslich schloss ich die Augen. Eng umschlungen saßen wir einfach da. Ich spürte, wenn einer von uns sich rührte, würde es kein Zurück mehr geben.
Nach einer gefühlten Ewigkeit flüsterte Ben: »Nina, ich könnte jetzt noch stundenlang so sitzen bleiben, aber die Weissagung geht ja noch weiter …«
»Es ist mir egal«, murmelte ich leise. »Die Prophezeiung interessiert mich nicht. Ich werde mein Erbe nicht antreten und mein eigenes Leben leben …«
»Mein Herz …«, er hob meinen Kopf an und sah direkt in meine Augen, »ich wünschte, es wäre so einfach, doch die Wahrheit ist, dass mein Schicksal an das deine gebunden ist … Ich bin es, dessen Dasein in deinen Händen weilt.«
Abrupt sprang ich auf und starrte ihn fassungslos an. »Dein Leben ist in Gefahr?«
»Sag du es mir! Schau für mich in die Zukunft und sag mir, was mich erwartet. Wie kann ich meinen Tod abwenden? Bitte Nina, hilf mir«, forderte er mich auf und griff nach meiner Hand, doch es passierte nichts.
»Es tut mir leid, es geht nicht! … Es passiert meistens dann, wenn ich es nicht erwarte. Du musst verstehen, die Visionen lassen sich nicht von mir lenken.«
Ben wurde blass und wirkte in sich gekehrt. »Dann ist mein Schicksal besiegelt«, murmelte er verzweifelt und hoffnungslos.
»Nein Ben … Sag so was nicht … Es muss noch einen anderen Weg geben.« Panik überkam mich. Ich kniete mich vor ihn und meine Finger berührten seine Wange. Mir wurde schwindelig:
 
Ich stand in einer riesigen Flughafenhalle und starrte auf die Anzeigentafel. Obgleich ich die kyrillische Schrift nicht lesen konnte, wusste ich, dass der Flug von Frankfurt gerade landete. Schnell lief ich zur Wartehalle der ankommenden Flüge hinüber. Ich sah den ersten und den letzten Passagier das Flugzeug verlassen, doch die Person, die ich erwartete, war nicht dabei.
Ich griff zu dem Handy in meiner Jackentasche. Es war das Handy, welches mir in Bremen gestohlen wurde: Leider war weder eine SMS, MMS noch eine E-Mail eingegangen.
Die Nummer, die ich wählte, wurde auf eine Mailbox umgeleitet: Die freundliche Stimme von Clark Newton teilte mit, dass er nicht erreichbar sei und bat darum eine Nachricht zu hinterlassen.
Traurig verließ ich den Flughafen.
Im Wagen sah ich in den Rückspiegel und entfernte die verwischte Wimperntusche mit einem Taschentuch, das linke Auge war immer noch geschwollen. »Dieser verdammte Bâtard. Wenn ich Benjo je wieder sehe, werde ich ihn umbringen.« Die grünen Augen im Spiegel blickten mich jetzt direkt an und mich überkam das ungute Gefühl, entdeckt worden zu sein.
 
»Nina, was siehst du?«, hörte ich Ben fragen.
»Du … du hast deine Frau geschlagen.« Mir liefen abermals die Tränen übers Gesicht, doch diesmal war es der Schmerz über die Erkenntnis darüber, wen ich vor mir hatte und nicht der meines eigenen Unglückes.
 
 
So nun noch die heutige Gewinnspielfrage. Was es zu gewinnen gibt, habe ich euch bereits die Woche gezeigt. Und nun allen viel Glück ;)
 
 
blogtour mana loa gewinnspiel

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One comment on “Blogtour – Mana Loa ~ Familienbande

  1. Reply karin Jul 26,2014 08:41

    Hallo und guten Tag,

    was für ein gefühlvoller Einblick in das Buch!!

    Danke dafür..LG..Karin..

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